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Ausstellung: Alfred Ehrhardt: Portugal 1951-1961. Fotografie und Film, Berlin
Alfred Ehrhardt, Berlin

Alfred Ehrhardt: Portugal 1951-1961. Fotografie und Film.
Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststraße 75, D-10117 Berlin, Tel. +49 (0)30 20095333
05. Mai 2012 bis 15. Juli 2012 | Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr, Eintritt frei!Webseite Ausstellung
Webseite Museum
Webseite Alfred Ehrhardt
Themenkontext: Reisefotografie
Alfred Ehrhardt zeigt Portugal als Land der Gegensätze zwischen Vergangenheit und Gegenwart
1951 hielt sich der Kulturfilmer Alfred Ehrhardt fünf Monate in Portugal auf, um den 92-minütigen Schwarz-Weiß-Film „Portugal - Unbekanntes Land am Meer” zu drehen. Für diesen Film, der in der Ausstellung zu sehen ist, erhielt er seinen dritten Bundesfilmpreis. Es war der erste abendfüllende Kulturfilm, der nach 1945 von einem Deutschen im Ausland gedreht wurde. Aus dem Material entstand der Kurzfilm „Das steinerne Antlitz Portugals”, der das Prädikat Besonders Wertvoll erhielt. Sieben Jahre später führte ihn eine zweite Reise nach Portugal, wo er, unterstützt von der portugiesischen Regierung, die Kurzfilme „Die Küste der Fischer” (Prädikat Wertvoll), „Korkland Portugal” (Prädikat Besonders Wertvoll), „Portwein” (Prädikat Wertvoll), „Das Boot von Torreira” (Prädikat Wertvoll) sowie „Iberische Skizzen” drehte - in Farbe.
Wie so häufig fotografierte Ehrhardt parallel zur Filmarbeit. Das annähernd 400 Fotografien umfassende Konvolut wird nun erstmals in einer Auswahl in der Alfred Ehrhardt Stiftung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- Alfred Ehrhardt, Uralte Windmühlen am Atlantik, 1951,
17,5 x 23,5 cm, Vintage, Silbergelatineabzug
Foto © Alfred Ehrhardt Stiftung

Portugal in den 1950er Jahren - das sind Bilder aus einer Zeit, als man noch Lasten auf dem Kopf trug und barfuß lief, das Korn auf den Feldern mit einer Handsichel schnitt, den Wein unter Musikbegleitung erntete und die Trauben mit den Füßen kelterte, Sardinen und Thunfische mit Netzen per Hand einholte und Kork das einzige Material war, mit dem man Flaschen stopfte. Die auch für damalige Verhältnisse exotische Anmutung der archaischen Produktionsmethoden erscheinen nicht nur dem heutigen Betrachter wie Bilder aus einer anderen Welt, sondern übten schon auf Ehrhardt sichtbar große Faszination aus. Für ihn war das Leben der Portugiesen „von einer biblischen Einfachheit und von besinnlicher Heiterkeit“. Wenngleich der Schwerpunkt des Films - und somit auch der Fotografien - auf der folkloristischen Tradition des Handwerks liegt, so wird Portugal doch auch als Land der Gegensätze zwischen Vergangenheit und Gegenwart gezeigt. Ehrhardt filmt und fotografiert die Luxusdampfer und den Flugboot-Landeplatz im Hafen von Lissabon oder die Neubauviertel im Norden der Hauptstadt genauso wie die maschinelle Fabrikation von Sardinenkonserven und Korkprodukten.
- Alfred Ehrhardt, Das Boot von Torreira, 1951
17,5 x 23,4 cm Vintage, Silbergelatineabzug
Foto © Alfred Ehrhardt Stiftung

„Ehrhardt gelingen betörend schöne Bilder; selbst wenn er so nüchterne Gegenstände wie eine Korkfabrik beschreibt, entdeckt er reizvolle und verblüffende Perspektiven. So wird dieser Film ein ästhetischer Genuss; seine dichten Stimmungsbilder erschließen unserem Bewusstsein das Land Portugal vielleicht eher als es strenge Sachlichkeit vermocht hätte.” (Berliner Morgenpost, 1952)

