Niederösterreich, Schloss Hof, Dezember 2018, Foto © Herbert Schmidt, 2018

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Ausstellung: Robert Conrad. Heimatkunde - Greifswald in den 1980er Jahren, Greifswald

Flagge Deutschland

Robert Conrad, Greifswald

ausstellungsbild

Robert Conrad. Heimatkunde - Greifswald in den 1980er Jahren
Pommersches Landesmuseum
Rakower Straße 9, D-17489 Greifswald, Tel. +49 (0)3834 831210
[01. Oktober 2012 bis 03. März 2013] | beendet

Webseite Ausstellung
Webseite Veranstalter
Webseite Robert Conrad
Themenkontext: Architekturfotografie

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

Ein kulturgeschichtlich interessanten Rückblick auf die kleinstädtische Alltagskultur Greifswalds

Den Schwerpunkt der Ausstellung „Heimatkunde - Greifswald in den 1980er Jahren” von Robert Conrad im Pommerschen Landesmuseumin Greifswald bilden Architektur­fotografien aus der Zeit vor und während der Greifswalder Flächenabrisse. Sie zeigen vor allem den Bereich der nördlichen Altstadt Greifswalds in der Mitte der 1980er Jahre. Aufnahmen von der Steinbeckerstraße, der Bachstraße und der Hafenstraße, aber auch andere Stadtbereiche wie die Fleischervorstadt sowie die Gegend um die Grimmer Straße und die Wolgaster Straße werden zu sehen sein.
Bei den ausgestellten Fotografien handelt es sich nicht um eine systematische Dokumentation, sondern um die engagierten Aufnahmen des empörten jungen Greifswalder Bürgers Robert Conrad, der zum Fotoapparat griff, um den „”Zerfall & Abriss” seiner Heimatstadt aus ganz persönlicher Sicht für sich und die Nachwelt festzuhalten.

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Robert Conrad, Blick von der Fleischer- zur Baderstraße 1987
Foto © Robert Conrad

Neben dem aus heutiger Sicht kulturgeschichtlich interessanten Rückblick auf die kleinstädtische Alltagskultur Greifswalds, verweisen die Architekturaufnahmen Robert Conrads vor allem auch auf die gefährdeten baulichen Zeugnisse der alten Hanse- und Universitätsstadt.
Die Trostlosigkeit mancher Aufnahmen entsprach der tatsächlichen Wirklichkeit und war bewusst ausgewählt, um ein Gegenbild zu den gefeierten Neubauten zu schaffen und die Betrachter für die Vergangenheit und Individualität ihrer Stadt zu sensibilisieren. Viele seiner Aufnahmen alter Hausfassaden wirken wie Porträt- und Charakterstudien. Sie erinnern an Vergangenes und mahnen vor dem unwiederbringlichen Verlust derartiger Bausubstanz.
Natürlich blieb die Tätigkeit des Fotografen und dessen ablehnende Haltung zur offiziellen Baupolitik der DDR nicht unbeobachtet und hatte die entsprechenden beruflichen Folgen: Conrad wurde mit einem Studienverbot belegt, sein Wunschstudium der Kunstgeschichte und Architektur mit dem Schwerpunkt Baugeschichte konnte er erst 1990 aufnehmen.

Robert Conrad, Mühlenstraße 1985
Foto © Robert Conrad

Mit der getroffenen Auswahl aus dem Frühwerk des späteren Architekturfotografen Robert Conrad erhält der interessierte Betrachter nicht nur einen Einblick in die jüngere Vergangenheit der Stadt, er erfährt durch diese subjektive Sicht eines Einzelnen auch etwas über den damals wenig geschätzten Wert des achtbaren Beharrens auf eine eigene Meinung.
Um die Fotografien Robert Conrads in den Zeitkontext einordnen zu können, wird als Einstimmung für diese künstlerische Ausstellung ein kurzer historischer Rückblick auf die damaligen Ereignisse geboten.
Neben Pressefotos, Fotoserien, Zeitungs- und Zeitschriftenmaterial werden auch Modelle und Farbentwürfe für Fassaden zu sehen sein. Zusätzlich wird in der Ausstellung der 1986/89 von Robert Conrad in Eigenregie gedrehte Super-8-Film „Greifswald ist alle” gezeigt.
Daneben gibt es aber auch Pastelle des langjährigen Greifswalder Kunsterziehers Dieter Fuhrmann und Fotografien des in der Altstadtinitiative engagierten Bauforschers Torsten Rütz zu sehen, die sich ebenso kritisch mit dem Thema Abriss beschäftigten.

„Es blieb mir nur, das, was dort unterging, mit dem Medium der Fotografie zumindest zweidimensional zu bewahren. Ab etwa 1983 begann ich mit meiner alten ‚Beirette’, einer Kleinbildkamera, die ich von meinen Eltern geschenkt bekommen hatte, den bedrohten Stadtraum zu dokumentieren. Später kaufte ich mir eine ‚EXA 1b’, hin und wieder konnte ich mir von Freunden auch Kameras der begehrten ‚Praktika’-Reihe leihen. Außerdem benutzte ich nebenbei, quasi als fotografischen Skizzenblock, eine Halbformatkamera Typ ‚Penti II’. Mein bevorzugtes Aufnahmematerial wurde der ‚ORWO UP 15’, ein niedrigempfindlicher, extrem feinkörniger Schwarz/Weiß-Diafilm.” (Robert Conrad)

Mittwoch, 3.10., 12 Uhr: Kunstpause mit Museologe Mario Scarabis „Gegen das Vergessen – der Fotograf Robert Conrad und die Altstadt von Greifswald in den 1980er Jahren”, Eintritt 2,50 Euro

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